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Genau genommen

  • Für die Düngeplanung sollten regelmäßig Bodenproben entnommen und auf wichtige Bodenkennwerte wie den pH-Wert und die Gehalte an pflanzenverfügbaren Nährstoffen analysiert werden. Üblicherweise wird dazu eine Mischprobe aus mehreren Einstichen je (Teil)Schlag (für Nmin und Smin aus den 3 Tiefen 0-30, 30-60 und 60-90 cm; für die Grundbodenuntersuchung auf pH, P, K, Mg und Humus aus dem Krumenbereich) entnommen und zur Laboranalyse eingesendet. Die Rückmeldung der Bodenuntersuchungsergebnisse nimmt zumindest einige Tage in Anspruch und ist – je nach Probenanzahl und ausgewählten Untersuchungsparametern – mit entsprechenden Kosten verbunden. Als Alternative wird von der Firma Stenon das FarmLab zur laborunabhängigen Bodenanalyse direkt auf dem Acker angeboten. Dadurch würde sich nicht nur die Entnahme und das Einsenden von Bodenproben erübrigen, sondern auch Geld sparen lassen. Die erhobenen Bodendaten stehen zeitnah in einer Webapplikation zur Verfügung, bei mobiler Internetverbindung sogar unmittelbar nach der Messung. Das FarmLab ist mit Sensoren zur Erfassung von Impedanz- sowie Absorptionsspektren ausgerüstet, die pro Messung mehr als 5000 Datenpunkte erfassen (Stenon GmbH, 2021). Aus diesen Spektren werden u. a. Messwerte zu Nmin-, P-, K-, Mg- und Humus-Gehalt, pH-Werten und Bodenart abgeleitet. Außerdem werden die GPS-Position, Witterungsdaten (Lufttemperatur, -feuchte und -druck) sowie Bodentemperatur und -feuchte erfasst. Im deutschsprachigen Raum wurden von verschiedenen öffentlichen Institutionen Messkampagnen mit FarmLab-Geräten durchgeführt (Tab. 1). Anhand des Vergleichs zu Laborwerten für gleichzeitig entnommene Bodenproben kann daraus eine Aussage über die Treffsicherheit des FarmLab abgeleitet werden. Insgesamt zeigten sich in der überwiegenden Anzahl der Vergleichsuntersuchungen „schlechte“ bis „sehr schlechte“ Übereinstimmungen für fast alle untersuchten Bodenparameter. So wurde beispielsweise für die pH-Wert-Bestimmung in 3 von 7 Versuchsserien eine sehr schlechte Übereinstimmung von R2 < 0,1 ermittelt und in 2 Serien eine „mittlere“ Übereinstimmung (R2= 0,47 bzw. 0,52) festgestellt. Der hohe R2-Wert für die Untersuchung auf den Dauerversuchsflächen der Universität Göttingen lässt sich auf die sehr niedrigen pH-Werte der beiden sandigen Standorte in der Lüneburger Heide zurückführen, die im Gegensatz zu den hohen pH-Werten auf dem lehmigen Standort in Göttingen stehen. Die Übereinstimmung bei den pH-Werten ist erkennbar schlecht. Ob das daran liegt, dass die Messungen auf Böden durchgeführt wurden, deren pH-Werte außerhalb des vom Gerätehersteller angegebenen Messbereiches liegen, kann nicht verifiziert werden. In vielen Regionen Deutschlands sind jedoch sandige Böden anzutreffen, deren pH-Wert deutlich unter dem vom Hersteller angegebenen Messbereich von pH 6,0 – 7,8 liegt. Ein Farmlab-Einsatz ist dann auf diesen Böden nicht zielführend.

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Metadaten
Author:Hans-Werner OlfsORCiD, Frank LorenzORCiD, Christian Bauer, Heide SpiegelORCiD, Lukas Handl, Markus GansbergerORCiD, Martin MittermayerORCiD, Frank LiebischORCiD
Title (German):Genau genommen
Parent Title (German):Bauernzeitung
Document Type:Article
Language:German
Year of Completion:2023
Release Date:2024/05/29
Issue:12
First Page:23
Last Page:26
Faculties:Fakultät AuL
DDC classes:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 630 Landwirtschaft, Veterinärmedizin
Review Status:Veröffentlichte Fassung/Verlagsversion
Collections:nur Publikationsnachweis