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Der Dümmer und sein Einzugsgebiet in Nordwestdeutschland – eine ökologische Problemregion

  • Nicht erst seit dem wiederholten und massiven Fischsterben im zweitgrößten See Niedersachsens in den vergangenen Jahren ist der Dümmer auch überregional in aller Munde. Seit Jahrzehnten gelangen aus seinem überwiegend intensiv landwirtschaftlich genutzten Einzugsgebiet erhebliche Nährstofffrachten in den ausgesprochenen Flachsee. Diese lange und massive Nährstoffzufuhr führte - verstärkt durch die künstliche Eindeichung des Sees im Jahre 1953 - zur rasanten Eutrophierung dieses ehemaligen Auengewässers, die zahlreiche ökologische, aber auch wirtschaftliche Folgen nicht nur für das Gewässer selbst, sondern sein gesamtes Umfeld hatte und hat. In den letzten Jahren besonders sichtbar wurde dieses Übermaß an Nährstoffen im Dümmer z. B. durch die saisonale Massenentwicklung und Dominanz bestimmter Blau-Algen mit entsprechenden Folgen für andere Biozönosen des Sees. So werden diese Algen aufgrund ihrer Größe kaum durch Zooplankter gefressen und erreichen entsprechende Biomassen in kürzester Zeit. Nach ihrem Absterben kam es wiederholt infolge des rasch einsetzenden mikrobiellen Abbaus sehr schnell zur enormen Sauerstoffzehrung im See, die mehrfach zu Fischsterben und massiven und zum Teil langen Geruchsbelästigungen nicht nur für Erholungssuchende am See und in seinen Abflüssen führte. Gleichzeitig sind auch aufgrund des gestörten Lichtklimas die Bestände von derartige Flachseen – so auch den Dümmer – eigentlich prägender Unterwasservegetation stark zurück gegangen bzw. weitgehend verschwunden. Parallel ist seit Jahren ein Rückgang der Schilfröhrichte zu beobachten, Binseninseln sind sogar ganz verschwunden. Neben der ökologischen hat der Dümmer auch eine enorme Bedeutung für vielfältige touristische Aktivitäten. Entsprechend sind zahlreiche Freizeitnutzungen am Dümmer wie z.B. das Segeln oder auch Surfen von diesen Entwicklungen insbesondere in den letzten Jahren stark betroffen. Dennoch ist der See mit weiten Teilen seiner Verlandungszonen und -moore gegenwärtig aufgrund der auch heute in Teilen noch hohen ökologischen Bedeutung für Flora und Fauna als NSG ausgewiesen, steht teilweise auch unter europäischem Schutzstatus (FFH, IBA) oder wurde in der Vergangenheit sogar in Gänze in die Unesco-Liste der Feuchtgebiete internationaler Bedeutung (FIB) aufgenommen. Gleichzeitig liegt diese ökologisch sensible und nach wie vor wertvolle Dümmer-Niederung jedoch inmitten einer der am stärksten mit Nährstoffen überversorgten und belasteten Intensiv-Agrarregionen Europas, in denen insbesondere die Viehbesatzdichten sehr hoch sind. Entsprechende hohe Nährstoffaufkommen und –frachten im Einzugsgebiet des Dümmers sind eine Folge. Dieses komplexe Spannungs- bzw. Konfliktfeld bildet den Hintergrund für das diesjährige Forum in Osnabrück.

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Metadaten
Title (German):Der Dümmer und sein Einzugsgebiet in Nordwestdeutschland – eine ökologische Problemregion
URN:urn:nbn:de:bsz:959-opus-15458
Series (Serial Number):Beiträge zum Diskussionsforum Bodenwissenschaften (13)
Document Type:Conference Proceeding
Language:German
Year of Completion:2013
Creating Corporation:Hochschule Osnabrück, Fakultät Agrarwissenschaften & Landschaftsarchitektur, Studiengang Master Boden, Gewässer, Altlasten
Show library holdings:Zur Anzeige in scinos
Release Date:2020/01/09
Tag:Gewässerschutz; Revitalisierung der Oberen Hunte; Seentherapie; Trophie in Gewässern; Ökologischer Zustand
Ecological Engineering
Pagenumber:44
Note:
Forum Boden - Gewässer - Altlasten, 25. Oktober 2013, Osnabrück
Faculties:Fakultät AuL
DDC classes:500 Naturwissenschaften und Mathematik / 500 Naturwissenschaften
Review Status:Veröffentlichte Fassung/Verlagsversion
hasSourceSwb:withoutPPN